Miniaturen bei Nacht #04

Die Nacht trägt Sturm!
Ich folge ihren Launen.
Und alles weht entherzt vorbei.
Wie Schleier.
Nichts ist mehr! O, mein graues Raunen,
verzeih.



Posted: 1. März 2010
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Winterlied…

Ei, pudelkernbissig- schlohbebende Brust,
wie nagst du an zuckrigen Gittern.
Pissherzen im Schneebeet – der Urteilsverlust:
ein launisch vergessliches Flittern.

Denn alles ist liederlich, wie man es nimmt.
Hoch lebe das müßige Schweigen.
Ein bisschen Genie, das gemächlich verglimmt
und Ärsche, die himmelwärts zeigen.

Zerrissnes Papier über Lachen aus Gin.
Gewühl. Und der Wahn hinter müden
Blauaugenverstecken saft-plätschert dahin.
Die Vögel im Kopf ziehn nach Süden…





Wir müssten…

Wir müssten mal an fernen Stränden ficken
und große Schiffe zählen, in den Dünen
ein Mittag kochen, den Theaterbühnen
der engen Städte ledig, Karten schicken,

auf die wir einfach: „Alles bestens!“ schreiben.
Ich würde uns aus Strandgut etwas bauen,
durch das wir müde nach den Sternen schauen
[falls wir je müde werden]. Wellentreiben

und Wind, in dem die Möwen schreiend wehen –
das ist Musik und reicht für ein paar Wochen.
Ist lange her, dass wir uns wirklich küssten:

Wir saßen auf der Couch, mit nackten Zehen,
und ich hab wiedermal davon gesprochen,
dass alles anders wird… und dass wir müssten…



Posted: 13. Januar 2010
Categories: Lyrik
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Telefonat (-10°)…

Der Tag hat sich das hübsche Weiße angezogen.
Ich werd uns Bannock backen.
Bring die Karten mit.
Der Himmel fließt so klar und unter breitem Wogen
ins Fenster.
Es ist kalt.
Verzeih den Übertritt

ins Stadtromantische.
Der Winter macht gemütlich.
Und Rauch steigt von den Dächern.
Herrlich.
Oder nicht?
Dass alles etwas stiller ist, ist derzeit üblich.
Es sei, ein Bass zerzaust das warme Kerzenlicht.

Ein bisschen satter Druck wird uns nicht wirklich schaden.
Gin-Ingwer-Tee.
Und die Ambassadors.
Du weißt,
dass man den Trott in ganz beschaulichen Kaskaden
auf etwas fallen lassen kann,…
bis er zerschleißt. (?)



Posted: 7. Januar 2010
Categories: Lyrik
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Winternacht…

Der graue Gaukler zieht mal wieder blank.
Träuft Wein ihm in das Maul! Dass er verstummt.
Am Fenster kratzt was Kaltes. Gott ist krank.
Denn überall ist Stadt. Ein Motor brummt

von irgendwo ins Klare dieser Nacht.
Und alles geht im Kreis. Wo kommt man an?
Ich habe zu viel Zeit allein verbracht.
Das macht heroisch. Oder irre. Irgendwann

kehrt alles heim. Wir wären schlauer, wenn
ich etwas wüsste, das man nicht vergisst…
Die Tage sind wie ein Gedicht von Benn:
so ehrlich, und vor Menschheit beinah trist.





Sonett #79

Nicht dass du denkst, ich hätte was vergessen.
Die Nächte sind mir – ganz wie früher – heilig.
Vielleicht verläuft die Zeit ein wenig eilig
(zumindest bis kurz vor dem Mittagessen).

Ich musste ein paar Bücher neu besorgen
und ein paar Orte wiederfinden. Leider
ist alles etwas blass und deiner Kleider
frohbuntes Wehen fehlt. Ich denk an morgen

und dass wohl keiner etwas weiß, dass Gestern
nur halb durchdacht sein kann. Sein muss. Ich hätte
vorm Fenster gerne alte, große Bäume,

mit Fledermäusen und mit Vogelnestern
und Gipfelrauschen, weißt du: dieser Glätte,
die wie ein Schlaf war, voller leichter Träume.



Posted: 21. Dezember 2009
Categories: Lyrik
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Wie Gedichte in Cafés entstehen…

Matter Retrolook. Und Vorhangwehen.
Zucker im Kaffee. Man ist allein.
Hübsche Menschen sitzen oder stehen
lässig im Gespräch. Am Tresen ein

Winterpanoramafenster. Straßenleuchten.
Großstadtpoesie. Sonst wirkt es nicht.
Die Bedienung wischt mit einem feuchten
Lappen etwas weg. Das Kerzenlicht

rollt auf schwer getünchten Stofftapeten.
Aschenbecher. Alphawezen. Luft,
die nach Heizung schmeckt. In Preispamphleten
steht etwas vom Flow des Milchschaums. Duft

[voll von Klarheit einer dieser franken
Winkelblickgelassenheiten] reibt
sich mit Zärtlichkeit in die Gedanken.
Stift. Papier: Man ist allein und schreibt…



Posted: 15. Dezember 2009
Categories: Lyrik
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Mann, am Fenster rauchend…

Vorm Fenster glüht die Welt vom Wein, vom Scherzen
des bisschen Schnees. Und [himmlische Kasteiung]
in ordentlicher Warteschlangenreihung,
vor Schaschlikspießen, Zimt und Stumpenkerzen,

fühlt mensch sich voller bodenlosem Frieden.
Der Heiland und das Holzschnitzkunstgewerbe
sind fast wie Mann und Frau. Und eine herbe
Dunstglocke hängt auf allem. Ganz entschieden

weht durch die abendlichen Altstadtgassen
mit Wirbelung ein weißer Schwarm Servietten:
Beschaulichkeit im Glanz der Lichterketten.

Und während all das still vorüber gleitet,
verklärt sein Blick sich. Nichts. Gelassen
ein letzter Zug, an dem die Nacht sich weitet.



Posted: 13. Dezember 2009
Categories: Lyrik
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Präheroischer Monolog…

Ich fühl mich wiedermal knietief im Wald
und will die Sterne küssen.
Und überall ist Bass. Und etwas ballt
sich in mir auf. In Flüssen,

die -in der Luft zerstäubend- um mich wehn,
klingt eine schöne Stimme.
Ein Schaum am Lichtglanzherbstvorübergehn – -
Jetzt muss es sein! Die Sinne

und alles was ich weiß… gespannt. Fürwahr!
Was soll der Geiz? Ich frage
doch nicht zum ersten Mal. Ich bin und war
im Fieber. Gott, wie vage

das alles ist. Ich tanze! Herrlichkeit,
noch bist du nicht Geschichte.
Wie tausend Mal zuvor: Die Arme weit -
Lass.end.lich.los – und… dichte…

das Leben braucht ein wenig Größenwahn.
Rings schmilzt die Welt im Schimmer.
Und auf der Flöte spielend schreitet Pan
zu mir ins Zimmer.

>>>



Posted: 7. Dezember 2009
Categories: Lyrik
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Unsere Ruhe…

Die Tage sind wie aus dem Handtuchspender:
Glatt, trocken, sauber und zerreißbar zart.
Perforationen. Klare Abrissränder.
Man weiß was kommt. Nichts schlägt mehr aus der Art.

Zuweilen doch ein hübsches kleines Schauern,
falls etwa eine Knitterfalte prangt.
Nicht weiter wild. Trotz einigem Bedauern,
vergeht es, ohne dass man daran krankt.

Schön locker wehen also unsre Bahnen,
im lauen Luftzug. Mühsam geht der Hauch.
All dem galant anheim gefallen ahnen
wir nichts von Drang und weltlichem Gebrauch.



Posted: 3. Dezember 2009
Categories: Lyrik
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INFO…

Liebe Besucher,

in nächster Zeit wird hier umgebaut.
Bitte aktualisiert Eure eventuellen Verlinkungen von “www.blogfront.de” auf “www.seite27.de”. Alles bleibt neu. Seite27.de, paullaub.de und blogfront.de laufen derweil parallel mit gleichen Inhalten. Es geht weiterhin um Gedichte in alter Manier. Nur die Örtlichkeiten verschieben sich.

Drückt die Daumen, dass ich den Kahn hier nicht zerschieße und….

bleibt tapfer.



Posted: 27. November 2009
Categories: Intern
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Versehentlicher Monolog…

„Ich habe roten Wein und auch Oliven.
Nimm dir soviel du willst von alledem,
und auch vom Rest. Das Teilen ist bequem,
wenn man es kann. Die Geister, die uns riefen

sind in der Tat Schwarmgeister ohne Schatten.
Sag, was du brauchst. Dass alles anders ist,
ist unbedingt. Und wirklich herrlich… Bist
du überhaupt noch… wach?“ – -  Ich streiche glatten

Belag aus Ziegenkäse auf das warme,
ein bisschen dunkle Toast und blicke stumm
ins Kratzen. Und ich fühl mich etwas dumm.
Das Kissen bauscht um deine schönen Arme

und Kerzenflammen weht, als ob es lachte.
So vieles hätte ich dir gern gesagt.
Mein Glas in einem Zug. Und wenn wer fragt:
Deins trink ich auch. Indes ich dich betrachte.



Posted: 22. November 2009
Categories: Lyrik
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Perpetuum Mobile…

Dachziegel liegen rum. Und Motorräder.
Die Nacht durchfaucht ein ziemlich rauer Wind.
Mir ist nach Kerzenlicht und „Meister Petz“-Gefleder,
das durch das warme Bettzeug in mich rinnt.

Kaum ich die Fenster öffne: Balkenknarren
des Dachstuhls über mir. Das alte Haus
spricht von der Liebe. Irgendwo ein Scharren.
Gemütlichkeiten. Mond. Und Sterngezaus.

Das einmal teilen. Stadt. Und dieses Fließen.
Ich weiß nicht wirklich, ob man das versteht:
Den Augenblick in etwas einzuschließen,
das immer bleibt. Und ewig aus sich dreht.

>>>



Posted: 19. November 2009
Categories: Lyrik
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Ach was…

Der Stadtschlaf, Kid-Koala-Beats, ein Zelt?
Die Morgen sind aus Watte und voll Herbst.
In irgendeinem Schlummer liegt die Welt,
den ich nicht teilen kann. Zumal ich derbst

daneben steh, wenn ich an sowas denk.
Und über allem quillt es furchtbar satt,
schleift sich gediegen ins Gehirn: Ich lenk
hier nichts. Dafür geht vieles viel zu glatt

und sauber von der ausgestreckten Hand.
Woher die ganze Zuverlässlichkeit?
Egal. Wozu jetzt denken? Für Verstand
ist noch genügend Zeit…



Posted: 16. November 2009
Categories: Lyrik
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Miniaturen bei Nacht #03

Stadtlichterei!
Und zages Schattenfließen.
Ich sehe vieles, doch nichts klar.
Was wärmt noch?
Schlimm, dies unbeholfne Grüßen.
Nichtwahr…



Posted: 11. November 2009
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Arkadien…

Kopfüber. Ohne Plan und Sachverstand.
Die kannst du knicken, wenn du etwas musst.
Der Wahn geht mit den Göttern Hand in Hand.
Verzeihung fleht kein Mensch, in dessen Brust

was wirklich Großes wühlt. Ich trink darauf!
Und auf die Liebe! Und den feisten Klang,
der uns ins Schlafen wiegt. Schaut nur zuhauf
herab. Herab auf diesen Überschwang,

den ich genieße, der mich -ganz in mir-
mit satten Bässen sonder Leitsternlichts
erzittern lässt. Es gab niemals ein hier.
Es gibt nur dort! Sonst nichts…





“Ein Gleiches”…

Du schwärmst von Bergen und von Wiesendüften?
Ist klar, dass wir uns unentwegt verstehen.
Ich spüre, wenn du sprichst, manchmal ein Wehen
von lauen Abenden und in den Lüften

sind Flüsse aus mir unbekannten Stoffen.
Ganz außerordentlich, dies Wegekreuzen – -
Dir fehlt ein Taschentuch zum Naseschnäuzen?
Dann zieh es hoch und schau nicht so betroffen,

wir sind ja unter uns – -  Von steilen Gipfeln
müsst man die Hand bis in die Wolken strecken
und sehen was passiert. Ich kenne Flecken,

die sind so schön und hoch. [...]In allen Wipfeln[...]
ist dort, so weit man schauen kann, ein Ruhen,
ganz leicht getrübt von schweren Wanderschuhen…



Posted: 5. November 2009
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Anblick…

In solche Augen möcht ich manchmal schauen:
die irgendetwas wissen und nicht flunkern,
die eine große Sehnsucht in sich bunkern
und die so schön sind wie ein Morgengrauen.

Ich möchte ihren Blick mit Rausch betrachten,
vielleicht, dass sie sich an mir kurz erschrecken,
und möchte dann dies sanfte Glitzern schmecken,
wenn sie sich in Beruhigung umnachten.



Posted: 28. Oktober 2009
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Wortwechsel…

Kann sein, es wird um vieles heller werden,
wenn wir uns treffen und uns mal berühren,
statt uns zu diesen Worten zu verführen,
die wie der Herbst sind und die Ungebärden

all unsres Handelns wärmend überwehen.
Es müsste ringsum still sein, Blick ins Weite.
Wie wär es, wenn ich grünen Tee bereite?
Wär dies schon Grund genug, um durchzudrehen?

Du hebst nur eine deiner Augenbrauen…
und weißt von Dingen, die, wie hingegossen,
doch unsichtbar, vor uns im Staub zertreiben.

Ich wollte allzu oft nach ihnen schauen.
Allein: mich hält die kleine Furcht umschlossen,
dass uns nichts weiter zusteht, als zu schreiben.



Posted: 27. Oktober 2009
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Besuch…

Ich denke viel an früher und die Andern.
(An jedem Wegrand hängt ein Stück Geschichte.)
Und glaube oft, ich könnte niemals wandern,
weil ich damit Gewesenes vernichte.

Dann überkommt mich irgend so ein Drängen:
Vielleicht, dass in uns all das überdauert,
dass in den windumspielten Laubengängen
noch immer unser Licht im Nebel kauert

und dass uns etwas Größeres verbindet.
Kann sein, wir müssten heute herzlich lachen.
Doch würd ich alles, was sich wiederfindet,
noch einmal machen…



Posted: 26. Oktober 2009
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Kontoauszug…

Den Kopf, den wir uns machen, wird’s nicht kosten.
Verrückte Welt. Wer käme darin klar?
Das kleine Glück steht stets auf morschen Pfosten:
Unsicherheiten an Besitz Tartare -
mit rotem, schwerem Wein dazu. Zum Spülen.

Mein Blick schweift über Dächer, und die Hand
zerknüllt, nebst Herbstlaubfarbenfrohgefühlen,
den Wunsch nach Ostseestrand…



Posted: 23. Oktober 2009
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Wahn…

Von Ferne her rührt irgendwas an mir.
Es schmeckt heroisch wie ein junger Rausch
an schönen Lippen. Außermirgespür,
dem ich, mir wie ein Schatten folgend, lausch.

Woher nur all die plötzlichen Idyllen,
der Schwindel und das glückverlorne Wanken,
voll sanfter Depression an reinen Stillen,
woher der Zug unwirklicher Gedanken? – -

Ein schwarzes Leuchten? Welch ein Überlicht!
Die Gasse bietet kaum genügend Raum.
Ein kalter Wind weht über mein Gesicht.
Was hält mich aufrecht? Tollheit! Fiebertraum!

Wie es mich packt, dies hoffnungsvolle Drängen!
Kaum dass ich laufe. Alles ist ein Schweben.
Die Nacht ist wie aus Haar. Voll Geigenklängen.
Die Fassaden beben…



Posted: 22. Oktober 2009
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“Azure”…

Der Nachmittag und dieser satte Bass!!!…
Vorm Fenster malt der Herbst sein Grau-in-grau.
Kapuze, grüner Tee und irgendwas,
das Ordnung hält. Ich wipp im Takt und schau

in ein von Beats verschwomm‘nes, dickes Nichts.
Was ist noch Welt? Was Traum? Was ist noch Gott?
Dreh, Schönste, lauter, und dann – des Gewichts,
des Überschwangs bewusst – dreh durch! Der Spott

des Durchschnitts brächte mich sonst sicher um.
Siehst du den Horizont? Er hört nie auf.
Egal, wie weit man läuft… – - Ja,… sei es drum:
Ich nehm‘s, weil wir es sind, in Kauf.



Posted: 13. Oktober 2009
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Schlaflos…

Ist es dies leise Flüstern in den Gassen,
dass ich nicht mehr zur Ruhe kommen will?
Die Bilder ferner Dörfer stehen still,
doch können sich partout nicht greifen lassen.

Ich höre Kindersingen, höre Wälder dröhnen.
Ich kenne diese Lieder nur zu gut.
Ich wüsste einzustimmen. Auf der Hut,
von all der Schönheit nichts zu übertönen.

Und du? Was hörst du in den ganzen Nächten?
Und wenn du schläfst, träumst du dann auch von Flüssen
und Bergen und von Tieren und Basaren?

Wahrscheinlich nicht. Ich frag nur nach dem Rechten.
Gewiss ist, dass wir alle etwas müssen -
und bleiben sollten, wie wir immer waren.





Sonett #58…

Die Nacht und eure kleine, alte Stadt.
Was von mir übrig ist, ist noch zu viel.
Ich wusste nie, was mir an euch gefiel.
Wie wenig hat man, wenn man alles hat.

Die Spiele und das ganze Drumherum.
Man müsste aufstehn und nach Hause gehn.
Ganz einfach so. Auf Nimmerwiedersehn.
Wo aber ist zu Hause? fragt man stumm.

So irr ich durch die Zwischenmenschlichkeit.
Und sauf mich dichtend um mein dummes Herz.
Bestimmt ist irgendwo ein Land in Sicht.

Doch man wird blind und blinder mit der Zeit. – -
Jetzt will der Reim -wie platt- den Vers mit “Schmerz“…
Ich weiger mich – und schweige im Verzicht.





Stiller Abend…

Der Tag verweht in herbstlich-buntem Schweigen.
Durch flacher Balustraden Gleichmaß loht
der Abend wie ein Flammenzungenreigen
in schmale Augen. Nur mit Müh und Not

erwehrt sich die Betrachtung eines bangen
Gefühls aus dumpfer Sehnsucht nach daheim.
Ein kalter Wind erfrischt die heißen Wangen
und über Mauern, die mit wildem Wein

bedeckt sind, lispeln dürre Birkenzweige…
Ich sauge einen letzten tiefen Zug
von meiner Zigarette und verneige
mich vor des schönen Augenblicks Betrug.



Posted: 27. September 2009
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Heimwärts…

Hirn, Liebe und Alltäglichkeiten.
Und drüber: Schmuck. Und drunter: Nichts.
In Rosabrillenalbernheiten
reicht schon ein tägliches Gewichts-
verteilen auf gepflegten Flächen…
Oh herrlich sanftes Radebrechen.

Natürlich darf man etwas hoffen.
Von der Tapete bis zur Wand
ist ja noch Platz. Und ganz betroffen
geschaut ist nachher schnell. Die Hand
aufs Herz – nein, doch ein Stückchen tiefer…
Ein Brett vorm Kopf reißt keine Schiefer.

Galant entgleiten so Idyllen.
Bestimmt ist morgen alles gut.
Das weiß man besser. Ganz im Stillen
schnappt endlich einer Stock und Hut
und hänschenkleint -kurz ist das Glück-
zu sich zurück.



Posted: 24. September 2009
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